Prüfung zum Gebäudeenergieberater: Ablauf, QPEB & HWK
Es führen zwei anerkannte Wege zum gelisteten Energieberater — die QPEB-Prüfung des BAFA und die HWK-Prüfung. Hier erfährst du, wie beide aufgebaut sind, wer zugelassen wird und wozu der Abschluss berechtigt.
Zwei Wege, ein Ziel: die Expertenliste
Beide Prüfungen führen zum selben Ergebnis — der Aufnahme in die dena Energieeffizienz-Expertenliste (EEE) nach § 88 GEG. Welcher Weg für dich passt, hängt vor allem von deiner bisherigen Qualifikation ab.
Für Quereinsteiger
- Qualifikationsprüfung Energieberatung des BAFA
- Zentral organisiert über die Öko-Zentrum NRW GmbH
- Für Hochschulabsolventen technischer/naturwissenschaftlicher Fächer
- Rund 4–5 Prüfungstermine pro Jahr an wechselnden Standorten
Für Handwerk & Technik
- Gebäudeenergieberater/in (HWK)
- Abgenommen von den regionalen Handwerkskammern
- Für Meister, Techniker, Ingenieure und Architekten
- dena-anerkannter Lehrgang mit rund 200 Unterrichtseinheiten
Aufbau der QPEB-Prüfung (BAFA)
Die QPEB ist die offizielle Prüfung für Quereinsteiger ohne handwerklichen Hintergrund. Sie gliedert sich in drei Teile:
1. Schriftliche Klausur (ca. 3 Stunden)
Etwa ein Drittel sind Berechnungsaufgaben, der Rest sind Wissensfragen zu Gebäudehülle, Anlagentechnik, Gebäudeenergiegesetz (GEG) und Förderprogrammen.
2. Projektarbeit — individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)
An einem realen oder fiktiven Gebäude wird ein vollständiger Sanierungsfahrplan erstellt — die zentrale Praxisleistung der Energieberatung.
3. Mündlicher Teil
Im Gespräch werden die Projektarbeit und das Fachwissen vertieft. Erst nach Bestehen aller Teile erfolgt die Aufnahme in die Expertenliste.
Aufbau der HWK-Prüfung
Die Fortbildungsprüfung zum/zur Gebäudeenergieberater/in (HWK) wird von den Handwerkskammern abgenommen und besteht ebenfalls aus drei Bestandteilen:
1. Schriftliche Prüfung (ca. 4 Stunden)
Geprüft wird das Fachwissen zu Bauphysik, Gebäudehülle, Anlagentechnik, Wärmebrücken, Luftdichtheit sowie zu GEG und Förderrecht.
2. Projektarbeit (iSFP)
Als schriftliche Hausarbeit wird ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt. Die Bearbeitungszeit soll zwei Monate nicht überschreiten.
3. Fachgespräch (bis zu 30 Minuten)
Das auf die Projektarbeit bezogene Fachgespräch wird in Form eines fiktiven Beratungsgesprächs geführt.
Zugangsvoraussetzungen
QPEB (BAFA)
Ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem technischen oder naturwissenschaftlichen Fach (Kategorie I nach § 88 GEG) oder eine vergleichbare Qualifikation mit einschlägiger Berufserfahrung (Kategorie II). Zusätzlich ist eine anerkannte Fortbildung im Umfang von mindestens 200 Unterrichtseinheiten nachzuweisen.
HWK
Eine Meisterprüfung in einem Bau-, Ausbau- oder zugehörigen Handwerk bzw. im Schornsteinfegerhandwerk — oder eine Qualifikation als staatlich geprüfter Techniker, Ingenieur, Architekt oder Innenarchitekt mit Bezug zu Gebäudehülle, Heizungs- oder Lüftungstechnik.
Wozu der Abschluss berechtigt
Beide Prüfungen berechtigen zum Eintrag in die dena Energieeffizienz-Expertenliste — ein Qualitätsregister mit über 22.000 gelisteten Fachleuten. Nur gelistete Experten dürfen Anträge für die staatliche Förderung stellen:
- Geförderte Energieberatung für Wohngebäude (BAFA) inklusive individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP)
- Planung und Baubegleitung von KfW-Effizienzhäusern und Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
- Ausstellung förderfähiger Nachweise gegenüber BAFA und KfW
Anmeldung & Termine
Die QPEB-Termine organisiert das BAFA über die Öko-Zentrum NRW GmbH — rund 4–5 Mal pro Jahr an wechselnden Standorten wie Stuttgart, Berlin, Frankfurt, Hamburg oder Erfurt; aktuelle Termine stehen auf bafa.de. Die HWK-Prüfung meldest du bei der jeweiligen Handwerkskammer an, die meist auch den vorbereitenden Lehrgang anbietet. In beiden Fällen ist der Nachweis einer anerkannten Fortbildung Voraussetzung für die Zulassung.
Gezielt auf die Prüfung vorbereiten
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Stand: 06/2026