Förderung in der Energieberatung: BAFA, KfW, BEG & iSFP

Förderwissen ist das Kerngeschäft jedes Energieberaters — und ein fester Prüfungsbestandteil. Hier findest du die wichtigsten Programme mit ihren Fördersätzen, Höchstbeträgen und Antragswegen kompakt zusammengefasst.

50 %
BAFA-Beratung
+5 %
iSFP-Bonus (BEG)
30 %
Heizung Grundförderung
70–80 %
Heizung max. Zuschuss

Warum Förderwissen prüfungsrelevant ist

Laut dena ist für die Beratung von Kunden, die eine Förderung zur Baubegleitung im Rahmen der BEG planen, ein Eintrag in die Energieeffizienz-Expertenliste notwendig. Den BEG-Antrag stellen die Bauherrinnen und Bauherren selbst; mit einer Vollmacht darf der Experte ihn in ihrem Namen stellen. Wer als Energieberater arbeitet, muss die Programme von BAFA und KfW kennen und anwenden können — von der geförderten Energieberatung über den individuellen Sanierungsfahrplan bis zu den Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Genau dieses Wissen wird in der Prüfung abgefragt.

Energieberatung für Wohngebäude (BAFA)

Das BAFA fördert die geförderte Energieberatung für Wohngebäude — das klassische Einstiegsprodukt vieler Energieberater. Gefördert werden bis zu 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten:

Ein- & Zweifamilienhäuser

Maximal 650 Euro Zuschuss zur Beratung inklusive individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP).

Ab drei Wohneinheiten

Maximal 850 Euro Zuschuss. Wird der Bericht in einer Eigentümerversammlung erläutert, kommen für WEG einmalig 250 Euro hinzu.

Antragsberechtigt sind laut BAFA unter anderem Eigentümer von Wohngebäuden und Wohnungseigentümergemeinschaften; Mieter und Pächter nur mit schriftlicher Erlaubnis des Eigentümers. Den Antrag kann der Energieberater für den Beratungsempfänger stellen, sofern dieser ihn bevollmächtigt hat. Er ist vor Vorhabenbeginn zu stellen; als Vorhabenbeginn gilt der Abschluss eines rechtsgültigen Vertrags über die Durchführung der Energieberatung (Ausnahme: Die Wirksamkeit des Vertrags hängt von der Förderzusage des BAFA ab). Der Zuschuss wird ausschließlich an die Antragstellenden ausgezahlt: Sie begleichen das Beratungshonorar zunächst in voller Höhe und erhalten die Förderung nach Prüfung des Verwendungsnachweises direkt vom BAFA.

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Der iSFP ist das zentrale Beratungsprodukt — und zugleich Prüfungsbestandteil als Projektarbeit. Er zeigt Eigentümern Schritt für Schritt, wie ihr Gebäude energetisch saniert werden kann. Sein größter finanzieller Hebel ist der iSFP-Bonus:

+5 Prozentpunkte Förderbonus

Werden Einzelmaßnahmen der BEG EM im Rahmen eines geförderten iSFP umgesetzt, erhöht sich der Fördersatz um 5 Prozentpunkte.

Doppelte förderfähige Kosten

Mit iSFP-Bonus steigt die Grenze der förderfähigen Ausgaben bei Einzelmaßnahmen von 30.000 auf 60.000 Euro pro Wohneinheit und Jahr.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die BEG ist das Dach über den meisten Sanierungsförderungen. Sie gliedert sich in mehrere Teile, deren Zuständigkeit zwischen BAFA und KfW aufgeteilt ist:

Bei Sanierungen zum Effizienzhaus und bei Einzelmaßnahmen begleiten Energieeffizienz-Experten das Vorhaben und erstellen die Nachweise zum Antrag (bei der KfW die Bestätigung zum Antrag, beim BAFA die Technische Projektbeschreibung). Dafür ist laut dena der Eintrag in die Expertenliste notwendig; den Antrag stellen die Antragsberechtigten.

KfW-Heizungsförderung beim Heizungstausch

Den Austausch alter Heizungen gegen Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien — etwa Wärmepumpen — fördert die KfW im Rahmen der BEG EM (Förderprodukt 458). Die Fördersätze sind kumulierbar, grundsätzlich bei maximal 70 Prozent gedeckelt, bei niedrigerem Einkommen bei maximal 80 Prozent:

Grundförderung: 30 %

Für alle in der BEG EM genannten förderfähigen Heizungstechniken.

Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozentpunkte

Für selbstnutzende Eigentümer, die eine funktionstüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung unabhängig vom Alter ersetzen — oder eine funktionstüchtige Gas- oder Biomasseheizung, deren Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegt. Der Bonus sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich um 4 Prozentpunkte; ab Antragstellung 01.08.2028 entfällt er ganz.

Einkommensbonus: 40 / 30 / 10 Prozentpunkte

Gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen der selbstnutzenden Eigentümer: 40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro. Lebt ein minderjähriges, kindergeldberechtigtes Kind im Haushalt, erhöhen sich diese Einkommensgrenzen pauschal um 10.000 Euro (Familienzuschlag).

Förderfähig sind bei der ersten Wohneinheit Kosten bis 28.000 Euro (sinkt erstmals zum 01.02.2027 und danach halbjährlich um 750 Euro). Bei maximalem Fördersatz von 80 Prozent — nur bei Einkommen bis 30.000 Euro bzw. bis 40.000 Euro mit Familienzuschlag — ergibt das einen Zuschuss von bis zu 22.400 Euro; ohne diese Einkommensgrenze liegt die Obergrenze bei 70 Prozent, also bis zu 19.600 Euro.

Hinweis: Förderprogramme, Sätze und Höchstbeträge werden regelmäßig angepasst. Die hier genannten Werte dienen der Orientierung und Prüfungsvorbereitung — maßgeblich sind stets die aktuellen Richtlinien von BAFA und KfW (bafa.de, kfw.de). Prüfe vor jeder Beratung die geltenden Konditionen.

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Stand: 10/2026